Gemeinschaft als Modell

Architektur ist ein Teil der symbolischen Form unserer Gesellschaft. Die gebaute Figur hat ihren eigenen instrumentellen Einfluss auf die sozialen Aktivitäten im Raum. Die Ausstellung Gemeinschaft als Modell, kuratiert von Jens Brinkmann, zeigt aktuelle Arbeiten von Architekturbüros, die dem Bund Deutscher Architekten (BDA) in Berlin angehören und das Thema Gemeinschaft auf unterschiedliche Weise repräsentieren. Außerdem unterstreicht die Ausstellung den Wert des Architekturmodells als gleichwertiges Original zur Architekturzeichnung. Auch in Zeiten des digitalen Renderings ist das dreidimensionale physische Architekturmodell, vom Arbeitsmodell bis hin zum finalen Präsentationsmodell, immer noch ein zentrales Mittel zur Darstellung räumlicher Komplexität. Die Ausstellung fand in der BDA Galerie statt und wurde per Livestream präsentiert. Die Realisierung wurde von dem Künstler Daniel Janik betreut.

Galeriedialog und Kuratierung der Ausstellung, BDA Galerie, Berlin, 11. August 2020. [Bild: Foto von Daniel Janik]

Metrópolis

Das Kulturprogramm Metrópolis des brasilianischen Fernsehsenders TV Cultura in São Paulo berichtet über die Transformationen, Zwischennutzungen und Umnutzungen von Gebäuden in Berlin seit der Wiedervereinigung. Jens Brinkmann berichtet über die Geschichte der Stadt. Am Beispiel des Künstlerhauses Bethanien, des Museums für zeitgenössische Kunst Hamburger Bahnhof, des Kunsthauses Tacheles, der Kulturbrauerei und der Brauerei am Pfefferberg, dem Palast der Republik, dem Boros Bunker, den Uferhallen und der Kirche St. Agnes, zeichnet er die Vielfalt der architektonischen Projekte nach, die Berlin seinen bemerkenswerten Charakter verleihen.

Interview mit Jens Brinkman, Aufnahme von Metrópolis in den Uferhallen in Berlin-Wedding, 2016. [Bild: Foto von United Architecture]

Berlin-Brandenburg 2025 – Auf dem Weg in eine neuen Metropolenkultur

Die Geschichte des Mauerfalls und der Wiedervereinigung Deutschlands ist zugleich eine Geschichte der Wiedervereinigung von Berlin und Brandenburg. Diese historische Einheit wurde durch die  Teilung von Deutschland und Berlin ebenfalls geteilt. Seit 1989 arbeiten Architekten und Stadtplaner an dem Prozess der Zusammenführung von Berlin und Brandenburg und haben seitdem viele Lösungen für diese schwierige Aufgabe gefunden. Während Berlin seine Identität als alte und neue Hauptstadt fand, musste Brandenburg seine eigene Identität neu entdecken. Im Jahr 2025 wird die Metropolregion Berlin-Brandenburg eine der zwei Regionen mit dem höchsten Bevölkerungswachstum in Deutschland sein. Diese Entwicklung bedarf neuer Lösungsansätze, die ein großes gesellschaftliches und politsches Potenzial für die Gestaltung der zukünftigen Metropolenkultur beinhaltet.

Universität von São Paulo, FAU, São Paulo. [Grafik: Jens Brinkmann].

Thomas Florschuetz – Doppelter Boden

Die Ausstellung behandelt die vielschichtige Komplexität des architektonischen Raums in seiner kulturellen und künstlerischen Ausprägung aus der Perspektive des Bildraums. Die großformatigen Arbeiten von Thomas Florschuetz zeigen Alltagsobjekte, Architektur- und Stadtfragmente, deren Gemeinsamkeiten im Ausdruck einer veränderten Wahrnehmung liegen. Der Titel Doppelter Boden spielt auf die Vielschichtigkeit der Fotografien als Kompositionen aus Farben, Linien und Flächen einerseits und die Repräsentation von Themen wie Materialität und Zeitlichkeit andererseits an. So wird der Betrachter eingeladen, die Überlagerung von realem Raum und Bildraum im Spannungsfeld, des durch die einjährige Installation des Architekturbüros FAKT dauerhaft veränderten  Raums der Galerie, neu zu erleben.

Eröffnungsvortrag und Kuratierung der Ausstellung, BDA Galerie, Berlin, 4. Juni 2019. [Bild: Foto von Olga Karatzioti-B.] .

Hybride Authentizität: Dresden

Jens Brinkmann diskutiert die Frage der historischen Authentizität am Beispiel der Dresdner Altstadt im Vergleich zu der Identität des heutigen Zentrums. Der Zweite Weltkrieg führte zu einer fast vollständigen Zerstörung der historischen Stadtstruktur Dresdens. Die Teilung Deutschlands führte außerdem zu unterschiedlichen Konzepten des Wiederaufbaus und der Rekonstruktion. Der Vortrag setzt sich mit dem städtebaulichen und denkmalpflegerischen Ansatz der DDR auseinander und vergleicht diesen mit dem Konzept des Wiederaufbaus nach der Wiedervereinigung im Jahr 1990.

Universität von São Paulo, FAU, São Paulo. [Bild: Dresden Neumarkt, Foto von Jens Brinkmann].

Das Nahe und das Anderswo: Saisonales Wohnen

Saisonale Architektur ist ein städtisches Phänomen auf dem Land. Der Städter möchte zeitweise die überregulierte Zivilisation der Stadt verlassen; die Sehnsucht nach dem Ursprünglichen, nach dem Einfachen, zieht ihn in die Natur. Mit der Verschiebung des Lebensmittelpunktes für einen begrenzten Zeitraum entwickelt sich eine Wohnform, die hier als saisonal bezeichnet werden soll. Das Konzept des Saisonalen Wohnens stellt das Zeitmaß der Nutzung und dessen Einfluss auf die Architektur in den Mittelpunkt der Betrachtung. Dualismus, Naturbezug, Flexibilität und Reduktion sind wichtige Merkmale saisonaler Architektur.

Brandenburgische Technische Universität, Cottbus. Bild: Haus in Barra do Sahy, Nitsche Arquitetos, Brasilien, Foto von Nitsche Arquitetos].

Raumkonzepte in der Architektur: Eingang, Schwelle und Zwischenraum

Die Geschichte der Architektur ist auch die Geschichte der Schwelle zwischen Innen- und Außenraum. Die Präsentation spannt einen Bogen von der mitteleuropäischen Tür- und Torsymbolik über traditionelle japanische Raumkonzepte bis hin zu Beispielen moderner Architektur und stellt das Zusammenspiel zwischen Eingang, Schwelle und Zwischenraum vor.

Universität Potsdam, Postdam. [Bild: Foto von Jens Brinkmann].

Maßstäbe der Natur in der Architektur

Jens Brinkmann spricht über das das vielfältige Zusammenspiel in  Form und Ausdruckskraft von Natur und zeitgenössischer Architektur. Begriffe wie Wildnis, Landschaft, Garten und Pflanzen werden den Ideen von künstlicher Natur, Dekontextualisierung, Intensivierung und Hybridisierung  gegenüber gestellt und diskutiert.

Brandenburgische Technische Universität, Cottbus. [Bild: Kleiner Garten, Japan, Foto von Jens Brinkmann].

Entwurfslehre

Jens Brinkmann lehrte als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Entwerfen, Wohn- und Sozialbauten von Professor Bernd Huckriede an der Brandenburgischen Technischen Universität in Cottbus. Er hat Gastvorlesungen am Georgia Institute of Technology in Atlanta, an der Universidade de São Paulo (FAU-USP), an der ENS d’Architecture de Paris La Villette und an der Escola Superior das Artes Plasticas de Porto (ESAP) gehalten. Brinkmann initiierte Forschungsprogramme und Konferenzen mit dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD).

Brandenburgische Technische Universität, Cottbus, Deutschland, 2005-2012. [Bild: Entwurfslehre an der BTU Cottbus, Entwurfspräsentation im Masterstudium Martin Maleschka].

Metropolis und Landschaft, Luanda

Jens Brinkmann spricht über den Erhalt von natürlichen Ausgleichsflächen in schnell wachsenden Metropolregionen als politisches Instrument zur Verbesserung der regionalen Lebensqualität am Beispiel von Luanda und dem Quissama-Nationalpark. Das Forschungsprojekt Metropolis und Landschaft, Luanda lenkt den Fokus auf die Situation in schnell wachsenden Stadtregionen, die an geschützte Naturlandschaften grenzen. Ziel des Projektes ist die strategische Planung eines Informations-, Bildungs- und Landnutzungskonzeptes für das Kwanza River Valley im Quissama-Nationalpark, das als Modellregion für nachhaltige Entwicklung dienen soll.

Universität Augostinho Neto, Luanda, Angola. [Bild: Luanda Bay, Angola, Foto von Jens Brinkmann].

Großraum

Die Ausstellung Großraum zeigt die vielschichtige Komplexität des architektonischen Raums in seiner kulturellen und künstlerischen Ausprägung. Sie präsentiert die zwei diametral entgegengesetzten künstlerischen Ansätze von Sonya Schönberger und Daniel Janik in direkter Gegenüberstellung. Die beiden Künstler hinterfragen den Einfluss der Architektur auf den sozialen Raum. Diesem wird die Untersuchung des realen Raumes anhand der Betrachtung seiner Verdichtung sowie anhand des Beispiels des Wohnhochhauses Zingster Straße 25 in Berlin Neu-Hohenschönhausen entgegengestellt. Zur Eröffnung der Ausstellung trugen die Schauspieler Anne Ratte-Polle und Florian Anderer einen Auszug aus dem Buch „Zingster Straße 25“ von Sonya Schönberger vor.

Eröffnungsvortrag und Kuratierung der Ausstellung, BDA Gallery, Berlin, 7. Juni 2018. [Bild: Fotos von Sonya Schönberger, Jens Brinkmann].

São Paulo: Urbane Maßstäbe

Der Vortrag am Georgia Institute of Technology betrachtet die Stadt São Paulo aus der Perspektive unterschiedlicher städtischer Maßstäbe: der Landschaft, des Stadtraums und der Architektur. Die fortschreitende Ausdehnung und Komplexität des urbanen Organismus sind Phänomene, die für die Analyse São Paulos von besonderer Bedeutung sind. Brinkmann präsentiert die Geschichte und Gegenwart der aufeinander folgenden Stadtschichten und die beispielhaften Architekturen, die aus ihnen hervorgegangen sind.

Georgia Institute of Technology, Atlanta, USA. [Bild: São Paulo Pacaembu, Foto von Theo Siqueira].

São Paulo: Projeto Tiête und Plano Diretor Estratégico 2013

Der städtebauliche Wettbewerb Projeto Tiête hatte die Schaffung neuer Wohngebiete sowie öffentlicher Infrastrukturen und neuer Grünflächen entlang des Flusses Tiête zum Ziel. Grundlage für die Auswahl des Wettbewerbsgebiets war der Stadtentwicklungsplan Plano Diretor Estratégico 2013. Er wurde von Fernando de Mello Franco (Stadtrat für Bauwesen von 2012 bis 2016) erarbeitet. Jens Brinkmann berichtet über die ersten Schritte der Umsetzung.

Brandenburgische Technische Universität, Cottbus. [Bild: Wettbewerbsunterlagen, São Paulo, Foto von Jens Brinkmann].

Über Paulo Mendes da Rocha: Architektur, Stadt und Natur

Jens Brinkmann arbeitete im Büro von Paulo Mendes da Rocha und MMBB Arquitetos in São Paulo. In seinem Vortrag stellt er das Werk dieses großen brasilianischen Architekten vor und erläutert den Einfluss, den sein Werk auf nachfolgende Generationen von Architekten in Brasilien hat. Die Art und Weise der Zusammenarbeit mit einer Reihe von jungen Architekturbüros führte zu einem einzigartigen generationsübergreifenden Austausch von Konzepten und Ideen.

Brandenburgische Technische Universität, Cottbus. [Bild: Paulo Mendes da Rocha, Jens Brinkmann, Christopher Burns].

Architektur als sozialer Interaktionraum: Das Centro Cultural São Paulo

Das Centro Cultural São Paulo wird im Jahr 1982 während der Zeit der brasilianischen Militärdiktatur als erstes Kulturzentrum Brasiliens eröffnet. Als Gebäude des Übergangs fällt seine Entstehungszeit in die Phase der allmählichen Rückkehr zur Demokratie. Jedoch konnte auch die liberale Architektur des Gebäudes den fundamentalen Widerspruch des Projekts als Produkt des autoritären Systems der Diktatur lange Zeit nicht auflösen. Trotzdem gelingt es den beiden jungen Architekten Eurico Prado Lopes und Luiz Benedito de Castro Telles einen multifunktionalen Raum zu schaffen, der Kultur und soziale Angebote verbindet und heute, sogar mehr denn je, eine herausragende zukunftsweisende Qualität besitzt.

33. Kongress des International Commitee of the History of Arts, The Challenge of the Object / Die Herausforderung des Objekts (CIHA 2012), Nürnberg, Deutschland, 20. Juli 2012. [Bild: Centro Cultural São Paulo, Foto von Jens Brinkmann].

Auf dem Weg zu einer neuen Architektur im südlichen Afrika

Die zeitgenössische Architektur im südlichen Afrika (Angola, Botswana, Mosambik, Namibia und Südafrika) ist einerseits geprägt von dem Wunsch eine neue nationale Identität auszudrücken und andererseits davon internationalen Fortschritt und Spitzentechnologien zu repräsentieren. Die historische Architektur im Stadtbild und einzigartige Gebäude der kolonialen Moderne sind vielerorts bedroht oder bereits verschwunden. Der Vortrag diskutiert diese schwierige Entwicklung und stellt Beispiele einer neuen und hoffnungsvollen Generation von Architekten vor.

Brandenburgische Technische Universität, Cottbus. [Bild: Luanda, Angola, Foto von Jens Brinkmann].

Gebäudetypologien für die Gemeinschaft

Jens Brinkmann spricht über die Qualitäten des gemeinschaftlichen Wohnens. Das Seminar Berlin: Urbane Typologien II beschäftigt sich mit der, in Berlin deutlich spürbaren, Entwicklung hin zu neuen kollektiven Stadttypologien. Eines der frühesten Beispiele dafür ist Frei Ottos Projekt zu flexiblen Bauten, das sogenannte Wohnregal, bestehend aus mehreren innerhalb eines Betonrahmens gestapelten Einfamilienhäusern, entstand für die Internationale Bauausstellung IBA 1987 im ehemaligen Diplomatenviertel Tiergarten.

Brandenburgische Technische Universität, Cottbus. [Bild: Flexibles Wohnen Berlin, Architekt Frei Otto, Foto von Jens Brinkmann].

Neues Wohnen in Berlins Mitte

Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der Veränderung von Lebens- und Arbeitsstilen sowie durch politische und städtebauliche Anstrengungen hat sich Berlin-Mitte zu einem attraktiven Alltags- und Wohnort entwickelt. In diesem Vortrag spricht Jens Brinkmann über die  Geschichte des zentralen Wohnens in Berlin und stellt eine Reihe innovativer Wohnbauten vor. Der verbindende Wunsch nach mehr Gemeinschaft und Nähe zu den Nachbarn bildet den Ausgangspunkt für individuellen Wohnraum mit vielfältigen Qualitäten.

DAAD-Tagung „Architektur und Identität. Berlin in São Paulo“,Goethe Institut São Paulo, São Paulo, Brasilien. [Bild: Wohnhaus in Berlin von zanderroth Architekten, Foto von Jens Brinkmann].

ADDRESSE
United Architektur BDA
Wichertstraße 2
10439 Berlin

KONTAKT
E: office@unitedarchitektur.com
T: +49 (0) 30 308 740 26

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